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Eigene Wagen für Notärzte

Noch schneller beim Patienten
Ein Bericht der "Frankfurter Neuen Presse" vom 02. Februar 2001


"Rendezvous-System" heißt das neue Zauberwort des Frankfurter Krankentransports. Und das gilt wörtlich: Zwei Rettungsassistenten fahren zur Einsatzstelle und übernehmen Transport und Erstversorgung. Und nur in Bedarfsfällen, die etwa 25 Prozent aller Rettungsfahrten ausmachen, trifft ein Notarzt in einem weiteren Einsatzfahrzeug an Ort und Stelle ein. So ist er flexibel und kann so schnell wie möglich an den nächsten Unfallort ansteuern. Gestern stellte die Berufsfeuerwehr ihre zwei neuen Fahrzeuge für dieses System vor der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Seckbach vor.

Seit der Nacht zum Donnerstag sind 22 Rettungswagen und 4 Notarztfahrzeuge mit verbesserter technischer Ausstattung auf Frankfurts Straßen neu im Einsatz. Gleichzeitig wurde die Zahl der Notärzte von drei auf vier erhöht. Eine Umstrukturierung, die erforderlich wurde durch die stetig steigende Zahl von Notarztfahrten: Mussten 1968 noch 1.500 solche Einsätze gefahren werden, so werden es dieses Jahr annähernd 12.000 sein.

Das Rendezvous-System löst das bisherige stationäre Problem ab, bei dem Notarzt und Assistenten zusammen im Rettungsfahrzeug zum Einsatzort ausrückten. "Der flexible Einsatz von Notärzten und die technische Optimierung der Fahrzeuge sollen zum Meilenstein werden", sagte Brandschutz-Dezernent Nikolaus Burggraf (CDU). Fast so, wie 1962 die Eröffnung der Unfallklinik samt Hubschrauber-Landeplatz den Krankentransportz reformiert habe. "Diesen historischen Ort haben wir nicht umsonst für die Vorstellung gewählt", betonte Burggraf.


Eigene Wagen für Notärzte - Noch schneller beim Patienten

"Bisher kam es vor, dass Notärzte noch bei der Fahrt ins Krankenhaus dabei waren, wenn sie schon gar nicht mehr gebraucht wurden", erklärte Reinhard Ries, Direktor der Berufsfeuerwehr. Denn die Mediziner seien ja an den Rettungswagen gebunden gewesen, in dem sie zusammen mit den Assistenten saßen. Das entfällt nun mit dem eigenen Einsatzfahrzeug: In ihm hat der Arzt in handlichen Koffern das Standardwerkzeug griffbereit, hinzu kommen spezielle Beatmungs- und Elektroschockgeräte, die nur er verwenden darf.

Und wenn die spezielle Versorgung am Unfallort abgeschlossen ist, kann der Arzt zum nächsten Notfall weiterfahren - unabhängig vom Rettungswagen. "Zusammen mit dem Einsatz des neuen vierten Arztes bedeutet das mehr als das Doppelte der bisherigen Kapazität", erläuterte Stadtrat Peter Mensinger (CDU).

Die neuen Rettungswagen, mit Reserve sind es insgesamt 32, haben als weitere Besonderheit eine einheitliche Ausrüstung, zu der unter anderem beatmungstechnische Geräte und chirurgische Versorgungssysteme gehören. "Bei dieser homogenen Innenausstattung sind in jedem Wagen die Geräte am gleichen Platz. Eine großartige Erleichterung für Ärzte und Assistenten und bundesweit vorbildlich", lobte Ries.

Bisher war das in Frankfurt anders: Denn die sechs Rettungsdienste, darunter DRK, Arbeiter-Samariterbund und Johanniter-Unfallhilfe, ließen ihre Rettungswagen individuell ausstatten. Durch die Serien-Ausrüstung kostet ein Wagen aber statt 250.000 DM nur noch 225.000 DM. und ein Notarzt-Fahrzeug schlägt mit 100.000 DM zu Buche. "Denn bei der Einführung des neuen Systems legten die Krankenkassen größten Wert auf Wirtschaftlichkeit", sagte Burggraf.


Quelle: "Frankfurter Neue Presse" vom 02. Februar 2001


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