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Ein Malermeister im Magistrat

Innungschef Peter Mensinger ehrenamtlicher CDU-Stadtrat
Ein Bericht aus der "Frankfurter Rundschau" vom 25. Februar 1999


Die Mensingers sind eine alte Frankfurter Familie. "Nach dem 30jährigen Krieg kamen wir in die Stadt", erzählt Oberhaupt Peter. Er ist stolz auf diese Geschichte. Der 58jährige hat Ahnenforschung betrieben - und die Spuren weit zurückverfolgt. Damals waren die Mensingers noch "Hosenmacher und Strumpfsticker". Heute reicht die Tradition der gleichnamigen Malerwerkstätten auch schon über vier Generationen: "1902 gegründet". Die drei Kinder sind längst erwachsen, ein Sohn "arbeitet schon im Geschäft".

Das läßt dem Vater seit wenigen Jahren "Freiräume" für die aktive Politik. Und jetzt, so entschied die CDU im Römer am Mittwochabend, wird der Obermeister der Frankfurter Maler- und Lackiererinnung ehrenamtlicher Stadtrat - er rückt nach für den Fleischermeister Michael Boddenberg, der in den Landtag einzieht. "Ich bin also ein Seiteneinsteiger in der Politik, obwohl ich seit über 25 Jahren der CDU angehöre", sagt Peter Mensinger.

1973 Eintritt in die Partei, seit 1977 Mitglied der CDU-Mittelstandsvereinigung, seit 1997 Stadtverordneter. "Man kann nicht nur drüber reden, es besser zu machen - man muß selber ran", heißt sein Motto. Der Katholik vertritt "die mittelständische Wirtschaft" - ein wichtiges politisches Standbein der CDU. Seit 1965 hat er die verschiedensten Ehrenämter in Handwerksverbänden inne.

Der Ehemann und Familienvater verfügt über feste politische Überzeugungen. "Die öffentliche Hand sollte sich aus allen Unternehmungen zurückziehen, in denen sie nicht zu suchen hat", glaubt das Mitglied des städtischen Wirtschaftsausschusses. Und ergänzt ganz markig: "Da müssen wir eine klare Linie hineinbringen". Mensinger ist beispielsweise überzeugt davon, daß "Bauplanung" nicht Sache der Stadt sein muß. Hier könne die Kommune viel mehr Leistungen als heute an private Ingenieur- und Planungsbüros vergeben. Bei der Zukunft der Frankfurter Messe kommt der Mittelständler dagegen schon ins Grübeln. Und entscheidet sich dann doch: "Nein, die Stadt sollte in der Messe bleiben."

Mensinger ist rund um die Uhr unterwegs, ruhelos. Selbstverständlich engagiert sich der Katholik in seiner Kirche, gehörte acht Jahre lang dem Pfarrgemeinderat von St. Bonifatius an. Hobbies? Da muß der Fachschulabsolvent tatsächlich einen Moment nachdenken. Und sagt dann etwas ratlos: "Ich befürchte, nein." So ganz trifft das natürlich nicht zu. Wenn seine Verpflichtungen es erlauben, geht der 58jährige auch heute noch "gerne auf die Jagd".

Und dann die Kunst. Mensinger ist "ein recht großer Opern- und Theatergänger". Dabei hat er eines gelernt, was er gerne weitergibt: "Die Frankfurter Theater sind besser als ihr Ruf".


Quelle: "Frankfurter Rundschau" vom 25. Februar 1999


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